Herstellung von Gofio

Gofio gehört in jedem gomerischen Haus auf den Speiseplan. In der Regel wird zur Herstellung des nahrhaften Mehls gerösteter Mais und Getreide genommen. Ein Produzent von frischem Gofio ist in Alajeró zu finden:  El Molino de Gofio Ramón Trujillo Cordero.

Ramón Trujillo Cordero
Ramón Trujillo Cordero

Zunächst wird Mais und Weizen unter Hinzufügen von Meersalz geröstet. Dies geschieht in einem speziellen Röstofen aus dem Jahr 1958, der ähnlich einer Trommel-Waschmaschine arbeitet und heute von einem Elektromotor angetrieben wird. Früher sorgte ein Dieselmotor über lange Riemen für Bewegung und noch viel früher, kaum zu glauben, gab auf Gomera für die Gofio-Produktion sogar Wassermühlen(!). In dem Ofen erhitzt ein Brenner durch Zuführung von Feuer und Luft die Körner, die sich in einem Zylinder (Rösttrommel) befinden. Zuerst wird der gesiebte Mais und dann der Weizen unter ständigem, langsamen Drehen geröstet. Die Reihenfolge ist deshalb von Bedeutung, weil Weizen schneller röstet als Mais und sonst verbrennen würde.

Röstofen
Röstofen
Mahlwerk
Mahlwerk

Die fertig gerösteten Körner kommen dann in die Gofiomühle. Sie fallen durch einen vibrierenden Trichter zwischen zwei Mühlsteine: der untere ist fest montiert, der obere zweite Stein (er stammt aus Deutschland), der viele Tonnen schwer ist, dreht sich und zermahlt die Körner zu feinstem Mehl. Rund 85 Kilogramm spuckt die alte Mühle in der Stunde aus. Das Gofio wird dann in einem großen Sack gesammelt, gewogen und in Tüten abgefüllt. Das Gofio wird übrigens auch an einige Kunden nach Deutschland geschickt, die die „Nationalspeise“ kennen und lieben gelernt haben.

Weitere interessante Informationen zum Thema gibt es bei La Despensa → http://www.productosdetenerife.info, dem Portal zu landwirtschaftlichen Produkten aus Teneriffa.