Playa de Santiago

Der Ort Playa de Santiago gehört politisch zu zwei verschiedenen Gemeinden; der Barranco de Santiago bildet eine natürlich Gemeindegrenze. Das Gebiet westlich des Barrancos mit Hafen, Dorfzentrum und dem Ortsteil La Trincheras gehört zu Alajeró, das östliche Gebiet mit den Ortsteilen Tecina, Santiago, La Laguna und dem Pueblo Don Tomás gehört zu San Sebastián. Durch die Lage im Süden der Insel gibt es hier sehr viel Sonnenschein und immer gutes Wetter. Selbst im Winter kann meist gebadet werden, da ein mildes Klima vorherrscht.

Playa Santiago am Morgen
Playa Santiago am Morgen

Aus Santiago führen zwei Straßen heraus: die GM-3 kommt von San Sebastián und führt aus dem Ort heraus an Trincheras vorbei nach Alajeró und weiter bis zum Naitonalpark, wo sie auf die Höhenstarße (Carretera del Centro, GM-2) trifft. An der Straße zwischen Santiago und Alajeró befindet sich auch der kleine Flughafen von La Gomera.

Playa de Santiago besaß um 1900 nur 14 Einwohner, überwiegend einfache Fischer. Im Gegensatz zu dem kleinen, immer noch landwirtschaftlich orientierten Alajeró hat sich Santiago durch die hervorragende Lage (hier scheint die Sonne wahrscheinlich 360 Tage im Jahr) touristisch entwickelt. Inzwischen wohnen hier mehr als 1500 Menschen. Es hat sich, trotz Tourismus, den Charme eines Fischerdörfchens erhalten, was nicht zuletzt an seinen Bewohnern liegen dürfte.

Ein großer Besitz an Land (ebenso wie an Wasser) liegt in Händen der Familie des norwegischen Reeders Fred Olsen. Zusammen mit dem Baulöwen Kurt Konrad errichtete er die tatsächlich hübsche, im kanarischen Stil erbaute Hotel- und Apartmentanlage „Hotel Jardín Tecina„, die seit 1988 in Betrieb ist. Mittlerweile ist Olsen alleiniger Inhaber der Anlage (Hauptaktionär auch der Ferry Gomera) und investiert kräftig in die touristische Infrastruktur.

Die touristischen Aktivitäten werden leider immer mehr zuungunsten der Landwirtschaft ausgebaut: anstelle der vorhandenen Bananenplantagen wurde 2003/2004 ein 18-Loch-Golfplatz anlegt und die Edel-Residenz „Pueblo Don Tomás“ erbaut; immerhin sind Pläne eines Luxushotels „Tapahuga“ am gleichnamigen Strand mittlerweile verworfen. Ob ein solcher Golfplatz auf einer Insel mit wenig Wasser ökologisch zu vertreten ist, steht auf einem anderen Blatt – auch, wenn das Wasser aus einer Entsalzungsanlage stammen soll.

Die Gesellschaft Olsen etablierte sich auf der Insel zu Beginn des Jahrhunderts und erhielt 1923 zusammen mit Rodriguez López die Wasserkonzession über den Barranco de Santiago. Letzterem gehörte auch die inzwischen stillgelegte Fischkonservenfabrik Santiagos, in der ein Großteil der Bevölkerung tätig war. Heute dürfte das Hotel Jardín Tecina, die Golfanlage, Ferry Gomera sowie eine Agrarfirma von Olsen der größte Arbeitgeber weit und breit sein.

Playa Santiago
Playa de Santiago
Carneval in Playa Santiago
Carneval in Playa Santiago
Fischerboot
Fischerboot, Playa de Santiago